Freitag, 30. März 2018

Die besten Sprachspiele 

Junge Kinder lieben es, die "Spiele" der Erwachsenen zu spielen und mit ihren Werkzeugen zu arbeiten. Wir nutzen diese Spielfreude und Neugier der Kindern, um ihnen einen grossen, 
alltagstauglichen Wortschatz zu vermitteln. 

Dabei sitzen die Kinder nicht auf Schulbänken und strecken brav auf, sondern sind aktiv mit all ihren Sinnen beteiligt. Zur Zeit lernen sie gerade ihre Kleider kennen. 
Sie legen die Kleider in die Waschmaschine (eine Salatschleuder
muss dafür herhalten) und waschen sie. Anschliessend werden 
die Kleider aufgehängt, damit sie trocknen können. Dann nehmen
die Kinder die Kleider wieder ab und legen sie in den Wäschekorb.

In der Spielecke werden die Kleider gebügelt und in den Kasten 
geräumt, beim gemeinsamen Sprachspiel verzichten wir auf das
Bügeln und legen die Kleider direkt in den Schrank. Und dabei wiederholen wir unzählige Male immer wieder die gleichen Bezeichnungen für die Kleidungsstücke, so lernen die Kinder unsere Sprache und wenden sie im Alltag praktisch an. 

Unsere Sprachthemen ziehen sich meist über sechs bis acht Wochen hin, während dieser Zeit stehen 
zwölf neue Wörter im Mittelpunkt, rund um diese Wörter bauen wir unsere Spielgruppe auf und geben den Kindern viele Gelegenheiten, genau mit diesen Wörtern zu spielen, sie zu verwenden. 

Unsere Kinder setzen Puzzles zusammen, malen Malvorlagen an, putzen Schuhe, werfen Knöpfe in eine Spardose, basteln einen Hampelmann und ziehen ihn an, sie sticken ein Kleid, ziehen Magnetpuppen an und kleiden unsere Bärenfamilie an, .... und immer dreht sich alles um das Thema Kleider. Die vielen Wiederholungen helfen den Kindern, die Wörter zu automatisieren, sie müssen die Wörter nicht büffeln, wie so mancher 3. Klässler seine Englisch-Vokabeln, unsere Kinder spielen mit den Wörtern, so macht lernen Sinn. 



Neugierig? Lust auf mehr? In meinen Praxiskursen stelle ich Ihnen meine besten Sprachspiele zur
Sprachförderung zu den Themen Tiere und Lebensmittel vor. Viele dieser Spiele lassen sich für jedes andere Theme einsetzen und helfen den Kindern auf ihrem Weg zum Schulerfolg.

Weitere Infos finden Sie auf meiner Website: www.artis-daz.ch







Montag, 29. Januar 2018


Der Praxiskurs Spiel- und Sprachförderung kommt zu Ihnen


Auf vielfachen Wunsch wird der Praxiskurs mobil und kommt zu Ihnen in Ihre Spielgruppe!

In der Zeit zwischen dem 16.4. und dem 30.4.2018 können Sie den Praxiskurs in Ihre Spielgruppe holen, reservieren Sie noch heute Ihren Wunschtermin. 

Im Praxiskurs gebe ich Ihnen Antworten auf folgende Fragen:

- Was ist Sprachförderung?
- Welche Ziele kann sie erreichen?
- Ist das nicht wie Schule?
- Mit welchen Schwierigkeiten muss ich rechnen?
- Warum lernen Kinder Deutsch?
- Wie sieht kindgerechte, spielerische und alltagsorientierte Sprachförderung aus?
- Wie kann ich sie in der Praxis umsetzen?

Lernziele
- Sie können die Theorie in die Praxis umsetzen.
- Sie wissen, wie sie verschiedene Instrumente der Sprachförderung einsetzen.
- Sie kennen verschiedene Sprachförderspiele, können Geschichten gezielt einsetzen.
- Sie lernen Methoden zur Herstellung von Spielmaterial kennen.
- Sie erfahren, wie Sie die Eltern mit ins Boot holen.
- Sie lernen Artis Spiel- & Sprachwerkstatt kennen und wissen, wie Sie diese in Ihrem
  Alltag einsetzen können.

Dauer von 13.00 - 18.00 Uhr (mit einer kurzen Pause ca. 20 Min.) oder nach Vereinbarung.

Kurskosten Fr. 650.- - maximal 10 Teilnehmerinnen zuzüglich Fahrtkosten Fr. 0.50/km

in den Kurskosten inbegriffen sind folgende Materialien: 

- Artis Spiel- & Sprachwerkstatt:
ganzheitliche Sprachförderideen für Kinder ab 2
  Jahren zu den Themen Tiere und Lebensmittel: Skripts für 14 Wochen à je 3 Stunden
  Spielgruppe, Vorlagen für alle Spielmaterialien, Spiel-, Werk- und Bastelideen, Lieder,
  Verse, Geschichten zu den jeweiligen Themen, Werkheft zu jedem Thema, Spiel- und
  Bastelideen für die Eltern, Wortschatzliste und Wortschatzentwicklungskontrolle,
  Bezugsquellen im Wert von Fr. 52.50

- Artis Bastel-Stick: ca. 200 interessante Spiel-, Bastel-, Werkangebote und Experi-
  mente für Kinder ab 2 Jahren im Wert von Fr. 32.-

- Handbuch: Spiel- & Sprachförderung: Das Handbuch Spiel- & Sprachförderung
  fasst die wichtigsten Theorien und Einsichten zusammen, die ich in den letzten
  10 Jahren gelesen, gehört und erarbeitet habe im Wert von Fr. 18.50

Reservieren Sie noch heute Ihren Wunschtermin und ermöglichen Sie Ihrem Spielgruppenteam einen lehrreichen Nachmittag zum Thema Sprachförderung.

Ich freue mich auf Ihre Anmeldung und stehe Ihnen gerne für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung.





Dienstag, 2. Januar 2018

Sprachförderung für Kinder ab 2 Jahren 


Teil 02 Lebensmittel ab sofort erhältlich


Im ersten Teil unseres Sprachförderprogramms haben unsere Kinder zwölf Tiere, deren Laute, ihre
Bewegungen und ihre Namen kennengelernt. Während acht Wochen drehte sich in unserer Spiel-gruppe alles um unsere Tiere. 

Die Kinder konnten mit den Tieren spielen, sie aus Knet formen, Malvorlagen anmalen, wir spielten
mit den Memokarten und viele mehr. 

Im zweiten Teil unseres Sprachförderprogramm lernen die Kinder das Lieblingsessen der Tiere kennen. Die verschieden Lebensmittel werden nicht nur von unseren Schleichtieren geliebt, auch 
die Kinder können sie immer wieder zum Znüni oder Zvieri geniessen. Über das Essen können wir 
viele Kinder zum Sprechen motivieren, so dürfen sie bei uns immer Nachschub bestellen und wir 
benennen die Lebensmittel immer wieder. 




 Neben den Lebensmittel haben wir mit den Kindern den Zahlenraum bis 5 erkundet, im Werkheft gearbeitet, Lebensmittel eingekauft und verkauft und natürlich durften die Tiere gefüttert werden.

Vor den Weihnachten konnten wir das Thema Lebensmittel abschliessen, die Skripts, die Vorlagen und die Spiele haben wir nochmals in der Praxis getestet und überarbeitet. 









Sie finden die oben abgebildeten Spielvorschläge und Ideen, sowie 6 vorbereitete Spielgruppen-
stunden und alle Vorlagen auf unserem neuen Datenstick 02 Tiere für Fr. 26.40

Achtung! Teil 02 Lebensmittel baut auf Teil 01 Tiere und ist ohne diese Einführung und ohne die 
Materialien aus dem ersten Teil nur teilweise einsetzbar. 

Die beiden Sprachförderthemen sind im Set erhältlich für Fr. 52.50. 

Sie können ab sofort direkt auf meine Website bestellt werden.

Auf meinem YouTube-Kanal erfahren Sie mehr über meine Spiel- und Sprachwerkstatt. 





Sonntag, 22. Oktober 2017

Wortschatz abfragen

Tiere 

Wir starten unsere Spielgruppenjahr mit dem Thema Tiere. Die meisten Kinder haben Stofftiere zu Hause oder haben Tiere schon auf der Strasse oder am TV gesehen, manchmal können sie die Tiere bereits in ihrer Erstsprache benennen. 

Während sieben Wochen lernen die Kinder bei uns zwölf Tiere, ihre Laute und die dazugehörenden Verben und die Namen der Tiere kennen. Neben den Nomen lernen die Kinder auch einige kurze Sätze, wie zum Beispiel: "Wie heisst du?" - "Ich heisse Arti." - "Wo ist ...?" - "Wie macht ...?" 
Bis zum Abschluss unserer "Tierwochen" sind den Kindern diese Sätze bekannt und sie können die Fragen beantworten, wenn auch noch nicht mit einem ganzen Satz. 

Bevor wir mit unserem Sprachthema starten, fragen wir den aktuellen Wortschatz der Kinder ab. 
Ich setze mich mit einem Kind an den Tisch und zeige ihm eine Tasche. "Schau, ich habe eine Tasche mitgebracht, willst du etwas rausnehmen?" - Die meisten Kinder wollen, sie nehmen ein Tier aus der 
Tasche und ich frage: "Weisst du, wie dieses Tier heisst?" je nach Sprachstand nennt mir das Kind die
Bezeichnung auf Deutsch, in seiner Erstsprache, gar nicht oder macht einen typischen Tierlaut, z. B. miau, miau. Ich bestätige das Kind: "Ja, genau, das ist ein Hund. Der Hund bellt. Komm wir bellen einmal zusammen. Wu, wu, wu! Bravo, du bellst ja wie ein richtiger Hund!" Natürlich passe ich meine Aussagen dem jeweiligen Sprachstand des Kindes an. Einem Kind, das gar nichts sagt, nenne ich nur die Bezeichnung des Tieres. Mit einem sprachstarken Kind unterhalte ich mich ein wenig über das Tier, benenne das Essen, die verschiedenen Körperteile, Schwanz, Ohren, Maul, ich erkundige mich, ob es weiss, welche Farbe das Tier hat, etc. 



Ich achte immer darauf, dass das Kind noch aufmerksam ist und mit Freude bei der Sache bleibt. Meistens gelingt es mir, alle zwölf Tiere aus der Tasche nehmen zu lassen. Stehen alle Tiere auf dem Tisch, bitte ich das Kind, ein bestimmtes Tier wieder in die Tasche zu legen. So kann ich überprüfen, ob das Kind die Bezeichnung abgespeichert hat und sie noch nicht nennen kann, oder ob ihm die Bezeichnung noch völlig fremd ist. 
Damit ich die Fortschritte jedes einzelnen Kindes besser beobachten kann, notiere ich mir, welche Tiere das Kind kannte. In den folgenden Wochen darf jedes Kind einmal mit mir an seinem Werkheft arbeiten, es kann Sticker einkleben, Tiere anmalen, Schattenbilder aufkleben und vieles mehr. Das Werkheft erlaubt es mir, die Wortschatzentwicklung der Kinder Woche für Woche zu dokumentieren. So können wir auch feststellen, wenn ein Kind Probleme hat oder in seiner Entwicklung stehen bleibt. 

Damit die Kinder den neuen Wortschatz auch im restlichen Spielgruppenalltag verwenden können, haben wir rund um das Thema Tiere ein attraktives Rahmenprogramm aufgebaut, welches die Kinder immer wieder ermuntert, die neuen Wörter zu verwenden. 



Die Eltern bekommen von uns die Memokarten in Münzentaschen mit nach Hause und können so mit den Kindern zu Hause üben. Damit die Eltern die richtige Aussprache und die Wörter ebenfalls kennen lernen, erstellen wir zu jedem Sprachförderspiel ein Video, dass sich die Kinder mit ihren Eltern zu Hause ansehen können. 


Mein erstes Sprachthema "Tiere" habe ich auf einen Stick gespeichert. Ihr findet dort die Skripts für sieben "Tierewochen" mit vielen interessanten Rahmenangeboten: Malvorlage, Spielplan, Spielideen, Bastel- und Werkangebote. Alle Spielmaterialien sind als Druckvorlage (pdf) vorhanden und dürfen frei genutzt werden. Auf dem Stick findet ihr auch mein Handbuch "Spiel- & Sprachwerkstatt", das viele Theorien und Erfahrungen meiner letzten zehn Jahre zusammfasst. Den Stick bekommt ihr für Fr. 38.90. 

Ihr könnt ihn direkt auf meiner Website bestellen, dort findet ihr auch weitere Infos: www.artis-daz.ch 



Samstag, 21. Oktober 2017

Spielkarten erstellen

Der erste Schritt zur Abstraktion

Versetzt euch doch einmal zurück ins Alter von 3 Jahren und versucht einen Hund zu beschreiben. Die meisten Kinder haben schon einmal einen Hund gesehen und wissen wie er aussieht. Sie nennen das Fell, die vier Beine, sie wissen oft, dass ein Hund bellt oder wu, wu macht, er ist weich, man kann ihn streicheln, er hat einen Schwanz mit dem er wedelt, manchen macht er Angst, einige finden, er stinkt. Nun zeige ich den Kindern ein flaches, buntes, zweidimensionales Ding, dass weder bellt noch mit dem Schwanz wedelt und erkläre, das ist auch ein Hund. 

Kinder, die zu Hause schon Kontakt mit Bilder und Bücher hatten, wissen Bescheid.Viele unserer Kinder sehen aber zum ersten Mal bewusst ein Bild und müssen erst lernen, dieses mit dem lebendigen Tier in Verbindung zu bringen, sie machen die erste Schritte zur Abstraktion. 

Wir führen in der Spiel- und Sprachwerkstatt die neuen Wörter immer mit konkreten Gegenständen ein, wir zeigen den Kindern einen Spielzeughund und benennen ihn als Hund. Sind die Kinder mit den neuen Begriffen vertraut, kommen unsere Memokarten ins Spiel. Wir verstecken die Tiere und suchen sie mit Hilfe der Karten; die Kinder angeln die Karten und legen sie zum richtigen Tier. 

Memospiel  

Nun führen wir die Kinder ins Memospiel, zuerst lege ich nur die Hälfte der Karten auf den Tisch, die andere liegt als Stapel bei mir. Ich zeige den Kindern die erste Karte und lasse sie benennen, nun fordere ich das erste Kind auf, die gleiche Karte (das gleiche Tier) auf dem Tisch zu suchen. Schon nach kurzer Zeit haben die Kinder das Spielsystem verstanden und wir können die neuen Wörter spielerisch üben. 


                                     

Spielkarten herstellen 


Die Spielkarten drucke ich auf A4 Etiketten. Bis vor zwei Jahren klebte ich sie auf einen Karton und habe sie geschnitten. Dieses Vorgehen brauchte viel Zeit, war ziemlich teuer, die Karten ver-schmutzten schnell und sie brauchten viel Platz beim Aufbewahren.Nach langem Suchen und vielen missglückten Versuchen haben wir eine praktische und preiswerte Alternative gefunden. 
                                     
Ich drucke die Spielkarten auf 80 g/m2 oder 120 g/m2-Papier und schneide sie.

Ich zerschneide ein Münzenblatt (Amazon) und erhalte so 12 Münzentaschen, in die ich einen 5 x 5 cm grossen Karton einlege, anschliessend lege ich meine Spielkarten in die Taschen. So erhalte ich stabile Spielkartentaschen, die meine Bilder schützen und für Kinderhände wie geschaffen sind. Laminierte Karten bereiten noch vielen Kindern beim Aufheben vom Tisch grosse Schwierigkeiten. 



Auf die Rückseite einiger Münzentasche klebe ich Magnetfolie, so haften die Bilder auch auf der Wandtafel und können dort als Spielmaterial eingesetzt werden.

Die ganzen Münzenblätter setzte ich für Lotto- und Bingo-Spiele ein, indem ich die Bilder in die Blätter stecke, so sind vielfältige Varianten möglich. Das Münzenblatt stecke ich in einen eingeschnittenen Karton.
                                     
Dank der Münzenblätter können wir den Eltern unsere Memokarten mit nach Hause geben.
Anfang des Spielgruppenjahres bekommen die Eltern die ersten 24 Memokarten in Münzen-taschen. Es wichtig, den Eltern genau zu erklären, wie sie mit den Kindern zu Hause die
Karten spielerisch einsetzen können und wie die neuen Karten eingelegt werden.  Die neuen Karten geben wir ihnen jeweils nach der zweiten Lektion des neuen Themas mit nach Hause. Eventuell können die Karten auch als pdf per Mail an die Eltern gesandt werden. 


Gerne stehe ich euch für Fragen und weitere Infos zu unserem Spielmaterial zur Verfügung, am liebsten per E-Mail.

Samstag, 23. September 2017

Alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung 


Gerne möche ich euch heute zu einem Vormittag in Artis Spiel- & Sprachwerkstatt einladen und euch unsere alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung vorstellen. 

Seit fünf Wochen dreht sich bei uns alles um unsere Tiere. Die Kinder haben bereits den Hund, die Katze, den Esel, die Ziege, das Pferd, den Elefanten und den Bären kennen gelernt. Letzte Woche erfuhren die Kinder die Namen der Tiere, gemeinsam haben wir die Zweisilber geklatscht. Mittlerweile können alle Kinder auf die Frage: "Wie heisst du?" richtig mit ihrem Namen antworten. 

Letzte Woche führten wir unsere Eltern-Kind-Tage durch, jedes Kind wurde von einem Elternteil begleitet, gemeinsam gestalteten sie eine Kiste für ihre Werkhefte und wir führten die Eltern-Kind-Paare in einige interessante Spiele mit unseren Memo-Karten ein. Auf YouTube könnt ihr euch 
ebenfalls Anregungen holen. 





In der kommenden Woche erwarten die Kinder zwei neue Tiere: Omar, das Kamel und Toto, der 
Affe warten bereits in ihren Ställen auf die Kinder. 

Wenn die Kinder um 9.00 Uhr eintreffen, stehen bereits vier verschiedene Tabletts auf dem Entdeckertisch, das Werkheft liegt bereit und im Montessori-Seitz-Gestell warten weitere 30 Spielmöglichkeiten. 



Am Knettisch liegt der Knet bereit, am Maltisch warten die Farbstifte und die Malvorlagen und in der Spielecke warten Duplo-Bauklötze und Tiere auf fleissige Gehege-Bauer und Zoo-Architekten, in der Küche wird gekocht, der Tisch gedeckt und der Abwasch erledigt. 






Jedes Kind wählt sein Angebot aus und verweilt so lange dabei, wie es will. Jedes Kind bekommt einmal pro Woche 10 - 15 Minuten Einzelzeit mit einer Leiterin. Während dieser Zeit kann das Kind sein Werkheft gestalten, Sticker schneiden und einkleben, Bilder anmalen, Schattenbilder mit richtigen Bildern verbinden und vieles mehr. Die Kinder lieben diese Spezialzeit und freuen sich, wenn sie endlich an die Reihe kommen. Sprachstarke Kinder nutzen diese Zeit, um über ihre Erlebnisse während der Woche zu berichten, Sprachanfänger vertiefen ihren Wortschatz und profitieren von den vielen Wiederholungen der gleichen Wörter und den einfachen Sätzen. Die Kinder schulen ihre Feinmotorik und lernen die ersten Schritte zur Abstraktion. 



Um 9.20 Uhr versammeln wir uns zu unserem Begrüssungskreis, wir singen "Mir hebäd änand" und jedes Kind darf eine Bewegung vorzeigen: stampfen wie ein Elefant und scharren wie ein Schwein sind zur Zeit hoch im Kurs, natürlich werden hüpfen und Bus fahren auch immer wieder gern genannt. 

In zwei Kleingruppen zu je 5 Kinder setzen sich die Kinder in den Stuhlkreis. Ich hole meine Ställe, meinen Hocker und meine Tasche und kommentiere meine Handlung. Ich setze mich auf den Hocker und zeige meine Ställe: "Schaut mal, heute habe ich so viele Ställe, kommt wir zählen sie zusammen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. Acht Ställe haben wir." Während ich zähle stelle ich einen Stall nach dem anderen vor die Kinder auf den Boden. "So wir zählen noch einmal", dieses Mal zähle ich mit den Fingern mit und zeige am Schluss die acht Finger. "Und wie viele Kinder seid ihr?" Gemeinsam zählen wir die Kinder. Nun fordere ich das erste Kind auf: "Klopf doch bitte auf einen Stall. Mach den Stall auf. Wer ist da drin? Genau, das ist der Hund. Stell den Hund bitte auf den Stall. Setzt dich wieder auf den Stuhl. Weisst du noch wie der Hund heisst? Ja, er heisst Bello. Kommt wir klatschen alle zusammen Be-llo und noch einmal Be-llo." Nacheinander nehmen die Kinder die Tiere aus den 
Ställen, benennen sie und gemeinsam klatschen wir ihre Namen. Stehen alle Tiere auf den Ställen, nehme ich meine Tasche zur Hand und frage das erste Kind: "Wen legst du mir in die Tasche?" Hat das Kind noch Mühe ein Tier zu benennen, nenne ich ihm das Tier, das ich gerne haben möchte. 



Nun ist es schon wieder Zeit für das freie Spiel, die Kinder wählen ihr Spielangebot wieder selbst aus. Ein Kind nach dem anderen darf sich mit Stickern eine Laterne gestalten, mit der wir uns im November zum Laternenumzug am Rheinfall treffen werden. 

Um 10.00 Uhr treffen sich die Kinder zum zweiten Sprachspiel in ihrer Kleingruppe. Die Tiere sind in der Tasche, wieder nehmen die Kinder abwechseln ein Tier aus der Tasche und benennen es. Gemeinsam klatschen wir die Namen der Tiere. Jetzt sind die Tiere müde und möchten in ihre Ställe zurück. Je nach Sprachstand bestimmen die Kinder selbst, welches Tier sie in den Stall stellen oder 
lassen sich von mir leiten. 

Zum Znüni gibt es heute neben Äpfeln, Karotten und Crackern zum ersten Mal Birnen. Wir zeigen den Kindern die ganze Frucht, fragen wie sie heisst. Eine Birne haben wir in kleine Schnitze geschnitten, damit gehen wir  zu jedem Kind und wiederholen bei jedem Kind die Frage: "Möchtest du eine Birne?" Wir ermuntern die Kinder von Anfang an, Nachschub zu bestellen und versuchen sie im Laufe der Zeit, zu einem ganzen Satz zu bewegen. "Darf ich noch einen Apfel haben, bitte?" Jetzt stehen wir noch bei: "Apfel bitte!" und "Danke". 



Bis um 11.00 Uhr wird wieder gespielt, gemalt und gebastelt, dann setzen sich die Kinder zu ihren Jacken auf die Stühle. Gemeinsam singen wir das Lied "Dä Onkel Donald hät en Hof" (Old Mc Donald had a Farm), die Kinder bestimmen, welches Tier wir besingen. 

Nach dem "Elfi-Glöggli" versuchen die Kinder Schuhe und Jacken alleine anzuziehen, dann bekommen die Kinder ihre Taschen, legen die Finken hinein. Freudig werden die Kinder von ihren Eltern in Empfang genommen.

Sonntag, 10. September 2017

Wortschatz-Aufbau 


Der Dweil stand in der Ecke und wartete auf seinen Einsatz. Doch der Duumvir kam mit grosser Verspätung an. 

Würde ich jetzt meine 3-Klässler fragen, ob sie alles verstanden haben, würden sie eifrig nicken. Wenn ich konkret nachfrage: "Was ist ein Dweil?" oder "Was macht ein Duumvir?" hätten sie eine Erklärung für mich, meist holen sie weit aus und lassen ihrer Fantasie freien Lauf, sehr selten treffen sie die wahre Bedeutung der Wörter. 

Zugegeben ich habe zwei wirklich schwierige Wörter ausgewählt, wie geht es euch damit? Habt ihr eine Idee, um was es sich handeln könnte? Wenn ihr diese beiden Wörter lernen müsstet, wie würdet ihr vorgehen?

Neue Inhalte mit Bekanntem verknüpfen


Die Spielgruppen- und Kindergartenkinder lernen bei mir vor allem Nomen (Hauptwörter), die ich ihnen mit realen Gegenständen präsentieren kann. Sind die Kinder mit den Gegenständen vertraut, führe ich Bildkarten ein. Von der Hirnforschung wissen wir, dass unser Hirn neue Inhalte mit bereits Bekanntem verknüpft und dass so dicke Datenautobahnen entstehen. Dank der Gegenstände und der Bilder können sich die Kinder eine Brücke zur Erstsprache bauen, ist ihnen das neue Wort noch nicht bekannt, wird es mit Hilfe des Bildes abgespeichert. Auch die Verben verknüpfe ich so gut es geht mit einer konkreten Handlung: "Nimm die Schere und schneide hier ein Stück ab."

Auch in der ersten Klasse werden für die ersten Lese- und Schreibübungen Nomen verwendet, die mit Bildern eingeführt werden.

Lernkontrolle in der 1. Klasse 


Doch schon im zweiten Semester wurde einer meiner Schüler unter anderem mit folgenden Aufgaben konfrontiert:

- Bei welcher Temperatur gefriert Wasser? (Was bedeutet gefriert?)
- Hat es mehr Land oder Wasser auf der Erde? (Erde, das braune am Boden?)
- Wie wird die Erde auch noch genannt? (Dreck?)
- Wie sieht Wasser aus, wenn es fest, flüssig oder gasförmig ist? (gasförmig??)

Obwohl die übrigen acht Aufgaben grösstenteils richtig gelöst waren, zierten ein trauriger Smiley und ein "ungenügend" die Lernkontrolle.

Die Lehrperson hatte das Thema eingehend behandelt und den Schülern die schwierigen Wörter erklärt, dennoch kam es zu obenstehenden Verständnisproblemen.


Selbstversuch


Um die Probleme meiner Schüler besser zu verstehen, mache ich immer wieder Selbstversuche. Den Versuch einen uns bekannten Animationsfilm in einer uns unbekannten Sprache anzusehen, mussten meine Kinder und ich nach wenigen Minuten abbrechen. Hut ab vor all den Schülern, die Tag für Tag mehrere Stunden lang versuchen, dem Unterricht in einer für sie fremden Sprache zu folgen. 

Wie sieht es aber mit dem Lernen neuer Wörter aus? Ich las einen englischen Text und schrieb mir die unbekannten Wörter heraus. Zuerst versuchte ich die Wörter mit Hilfe einer englischen Erklärung zu verstehen.

futility: producing no result, having no purpose 

shallow: not thinking or capable of thinking seriously, not showing serious thought

Nun ich hatte jetzt zwar eine ungefähre Idee, aber ein richtiges Bild - Wort wollte sich nicht herauskristallisieren, also griff ich auf die deutsche Übersetzung zurück. Jetzt war alles klar. Ohne diese Verknüpfung, ohne das Verständnis hätte der ganze Text keinen Sinn gemacht. 

Die fremdsprachigen Schüler bekommen in der Regel nur eine Umschreibung auf Deutsch, welche durchaus wieder Wörter enthalten kann, die den Schülern noch nicht bekannt sind. 

In der zweiten Klasse steht die Geschichte "Oh, wie schön ist Panama" auf dem Lehrplan, darin findet sich das Wort "verwittert". 

Erklärung nach Duden: durch den Einfluss der Witterung angegriffen werden

Etwas später werden die Schüler mit den Gefühlen konfrontiert, unter anderem mit dem Adjektiv "empört". 

Erklärung nach Duden: unerhört 

Mit meinen jetzigen Drittklässlern habe ich die Gefühle und das Wort "empört" intensiv geübt, habe es ihnen mit lauten Worten und entsprechender Gestik vorgeführt. Jetzt taucht das Wort in der Geschichte von Michel aus Lönneberga wieder auf und meine Drittklässler wissen nicht mehr, was es bedeutet. Gibts doch gar nicht, denke ich.

Ich habe meine neuen englischen Wörter, es waren insgesamt fünf, während einer Woche täglich 
einmal wiederholt, dann machte ich eine Woche Pause und ... 
Die Wörter waren weg! Einfach weg! Gibt es also doch!

Die Wörter fanden keinen Eingang zu meinem Alltag und wahrscheinlich habe ich sie zu wenig oft wiederholt. Denn eigentlich bin ich gar nicht so schlecht im Sprachen lernen. 

Übersetzung in Erstsprache 


Meine Erfahrung veranlasste mich, den Schülern wieder Memokarten mit einer Erklärung und einer Übersetzung in ihre Muttersprache abzugeben, damit sie die Wörter öfter wiederholen können. Die Eltern bat ich, die Übersetzungen zu prüfen und den Kindern mit passenden Erklärungen in der Muttersprache zu helfen. Der Aufwand ist gross und es ist nicht immer einfach, die passende Übersetzung zu finden, vorallem für Sprachen, von denen ich keine Ahnung habe. Aber die leuchtenden Augen und das hörbare "Fallen des Groschen" sind es wert. "Ah, jetzt, darf ich es erklären?" höre ich jetzt immer öfter. 


Meine Erkenntnis 


Ohne eine Erklärung, ein Bild in meiner Erstsprache, ist es mir nicht möglich, ein neues Wort zu lernen. Wie lernt ihr neue Wörter? 

Wisst ihr noch welche zwei schwierigen Wörter (ich kannte diese Wörter gestern noch nicht) am Anfang dieses Blogs standen? Wer konnte sie sich merken? Wer weiss, was sie bedeuten? 

Falls ihr euch diese Wörter auch nur mit einer Erklärung bzw. Übersetzung merken könnt und wollt: 

futility: nutzlos
shallow: oberflächlich
Duumvir: altrömischer Beamtentitel
Dweil: schrubberähnlicher Aufwischer (Seemannssprache) 

Welche Ideen, Tricks habt ihr, um den Kindern neue Wörter verständlich zu machen und sie zu festigen?