Sonntag, 22. Oktober 2017

Wortschatz abfragen

Tiere 

Wir starten unsere Spielgruppenjahr mit dem Thema Tiere. Die meisten Kinder haben Stofftiere zu Hause oder haben Tiere schon auf der Strasse oder am TV gesehen, manchmal können sie die Tiere bereits in ihrer Erstsprache benennen. 

Während sieben Wochen lernen die Kinder bei uns zwölf Tiere, ihre Laute und die dazugehörenden Verben und die Namen der Tiere kennen. Neben den Nomen lernen die Kinder auch einige kurze Sätze, wie zum Beispiel: "Wie heisst du?" - "Ich heisse Arti." - "Wo ist ...?" - "Wie macht ...?" 
Bis zum Abschluss unserer "Tierwochen" sind den Kindern diese Sätze bekannt und sie können die Fragen beantworten, wenn auch noch nicht mit einem ganzen Satz. 

Bevor wir mit unserem Sprachthema starten, fragen wir den aktuellen Wortschatz der Kinder ab. 
Ich setze mich mit einem Kind an den Tisch und zeige ihm eine Tasche. "Schau, ich habe eine Tasche mitgebracht, willst du etwas rausnehmen?" - Die meisten Kinder wollen, sie nehmen ein Tier aus der 
Tasche und ich frage: "Weisst du, wie dieses Tier heisst?" je nach Sprachstand nennt mir das Kind die
Bezeichnung auf Deutsch, in seiner Erstsprache, gar nicht oder macht einen typischen Tierlaut, z. B. miau, miau. Ich bestätige das Kind: "Ja, genau, das ist ein Hund. Der Hund bellt. Komm wir bellen einmal zusammen. Wu, wu, wu! Bravo, du bellst ja wie ein richtiger Hund!" Natürlich passe ich meine Aussagen dem jeweiligen Sprachstand des Kindes an. Einem Kind, das gar nichts sagt, nenne ich nur die Bezeichnung des Tieres. Mit einem sprachstarken Kind unterhalte ich mich ein wenig über das Tier, benenne das Essen, die verschiedenen Körperteile, Schwanz, Ohren, Maul, ich erkundige mich, ob es weiss, welche Farbe das Tier hat, etc. 



Ich achte immer darauf, dass das Kind noch aufmerksam ist und mit Freude bei der Sache bleibt. Meistens gelingt es mir, alle zwölf Tiere aus der Tasche nehmen zu lassen. Stehen alle Tiere auf dem Tisch, bitte ich das Kind, ein bestimmtes Tier wieder in die Tasche zu legen. So kann ich überprüfen, ob das Kind die Bezeichnung abgespeichert hat und sie noch nicht nennen kann, oder ob ihm die Bezeichnung noch völlig fremd ist. 
Damit ich die Fortschritte jedes einzelnen Kindes besser beobachten kann, notiere ich mir, welche Tiere das Kind kannte. In den folgenden Wochen darf jedes Kind einmal mit mir an seinem Werkheft arbeiten, es kann Sticker einkleben, Tiere anmalen, Schattenbilder aufkleben und vieles mehr. Das Werkheft erlaubt es mir, die Wortschatzentwicklung der Kinder Woche für Woche zu dokumentieren. So können wir auch feststellen, wenn ein Kind Probleme hat oder in seiner Entwicklung stehen bleibt. 

Damit die Kinder den neuen Wortschatz auch im restlichen Spielgruppenalltag verwenden können, haben wir rund um das Thema Tiere ein attraktives Rahmenprogramm aufgebaut, welches die Kinder immer wieder ermuntert, die neuen Wörter zu verwenden. 



Die Eltern bekommen von uns die Memokarten in Münzentaschen mit nach Hause und können so mit den Kindern zu Hause üben. Damit die Eltern die richtige Aussprache und die Wörter ebenfalls kennen lernen, erstellen wir zu jedem Sprachförderspiel ein Video, dass sich die Kinder mit ihren Eltern zu Hause ansehen können. 


Mein erstes Sprachthema "Tiere" habe ich auf einen Stick gespeichert. Ihr findet dort die Skripts für sieben "Tierewochen" mit vielen interessanten Rahmenangeboten: Malvorlage, Spielplan, Spielideen, Bastel- und Werkangebote. Alle Spielmaterialien sind als Druckvorlage (pdf) vorhanden und dürfen frei genutzt werden. Auf dem Stick findet ihr auch mein Handbuch "Spiel- & Sprachwerkstatt", das viele Theorien und Erfahrungen meiner letzten zehn Jahre zusammfasst. Den Stick bekommt ihr für Fr. 38.90. 

Ihr könnt ihn direkt auf meiner Website bestellen, dort findet ihr auch weitere Infos: www.artis-daz.ch 



Samstag, 21. Oktober 2017

Spielkarten erstellen

Der erste Schritt zur Abstraktion

Versetzt euch doch einmal zurück ins Alter von 3 Jahren und versucht einen Hund zu beschreiben. Die meisten Kinder haben schon einmal einen Hund gesehen und wissen wie er aussieht. Sie nennen das Fell, die vier Beine, sie wissen oft, dass ein Hund bellt oder wu, wu macht, er ist weich, man kann ihn streicheln, er hat einen Schwanz mit dem er wedelt, manchen macht er Angst, einige finden, er stinkt. Nun zeige ich den Kindern ein flaches, buntes, zweidimensionales Ding, dass weder bellt noch mit dem Schwanz wedelt und erkläre, das ist auch ein Hund. 

Kinder, die zu Hause schon Kontakt mit Bilder und Bücher hatten, wissen Bescheid.Viele unserer Kinder sehen aber zum ersten Mal bewusst ein Bild und müssen erst lernen, dieses mit dem lebendigen Tier in Verbindung zu bringen, sie machen die erste Schritte zur Abstraktion. 

Wir führen in der Spiel- und Sprachwerkstatt die neuen Wörter immer mit konkreten Gegenständen ein, wir zeigen den Kindern einen Spielzeughund und benennen ihn als Hund. Sind die Kinder mit den neuen Begriffen vertraut, kommen unsere Memokarten ins Spiel. Wir verstecken die Tiere und suchen sie mit Hilfe der Karten; die Kinder angeln die Karten und legen sie zum richtigen Tier. 

Memospiel  

Nun führen wir die Kinder ins Memospiel, zuerst lege ich nur die Hälfte der Karten auf den Tisch, die andere liegt als Stapel bei mir. Ich zeige den Kindern die erste Karte und lasse sie benennen, nun fordere ich das erste Kind auf, die gleiche Karte (das gleiche Tier) auf dem Tisch zu suchen. Schon nach kurzer Zeit haben die Kinder das Spielsystem verstanden und wir können die neuen Wörter spielerisch üben. 


                                     

Spielkarten herstellen 


Die Spielkarten drucke ich auf A4 Etiketten. Bis vor zwei Jahren klebte ich sie auf einen Karton und habe sie geschnitten. Dieses Vorgehen brauchte viel Zeit, war ziemlich teuer, die Karten ver-schmutzten schnell und sie brauchten viel Platz beim Aufbewahren.Nach langem Suchen und vielen missglückten Versuchen haben wir eine praktische und preiswerte Alternative gefunden. 
                                     
Ich drucke die Spielkarten auf 80 g/m2 oder 120 g/m2-Papier und schneide sie.

Ich zerschneide ein Münzenblatt (Amazon) und erhalte so 12 Münzentaschen, in die ich einen 5 x 5 cm grossen Karton einlege, anschliessend lege ich meine Spielkarten in die Taschen. So erhalte ich stabile Spielkartentaschen, die meine Bilder schützen und für Kinderhände wie geschaffen sind. Laminierte Karten bereiten noch vielen Kindern beim Aufheben vom Tisch grosse Schwierigkeiten. 



Auf die Rückseite einiger Münzentasche klebe ich Magnetfolie, so haften die Bilder auch auf der Wandtafel und können dort als Spielmaterial eingesetzt werden.

Die ganzen Münzenblätter setzte ich für Lotto- und Bingo-Spiele ein, indem ich die Bilder in die Blätter stecke, so sind vielfältige Varianten möglich. Das Münzenblatt stecke ich in einen eingeschnittenen Karton.
                                     
Dank der Münzenblätter können wir den Eltern unsere Memokarten mit nach Hause geben.
Anfang des Spielgruppenjahres bekommen die Eltern die ersten 24 Memokarten in Münzen-taschen. Es wichtig, den Eltern genau zu erklären, wie sie mit den Kindern zu Hause die
Karten spielerisch einsetzen können und wie die neuen Karten eingelegt werden.  Die neuen Karten geben wir ihnen jeweils nach der zweiten Lektion des neuen Themas mit nach Hause. Eventuell können die Karten auch als pdf per Mail an die Eltern gesandt werden. 


Gerne stehe ich euch für Fragen und weitere Infos zu unserem Spielmaterial zur Verfügung, am liebsten per E-Mail.

Samstag, 23. September 2017

Alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung 


Gerne möche ich euch heute zu einem Vormittag in Artis Spiel- & Sprachwerkstatt einladen und euch unsere alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung vorstellen. 

Seit fünf Wochen dreht sich bei uns alles um unsere Tiere. Die Kinder haben bereits den Hund, die Katze, den Esel, die Ziege, das Pferd, den Elefanten und den Bären kennen gelernt. Letzte Woche erfuhren die Kinder die Namen der Tiere, gemeinsam haben wir die Zweisilber geklatscht. Mittlerweile können alle Kinder auf die Frage: "Wie heisst du?" richtig mit ihrem Namen antworten. 

Letzte Woche führten wir unsere Eltern-Kind-Tage durch, jedes Kind wurde von einem Elternteil begleitet, gemeinsam gestalteten sie eine Kiste für ihre Werkhefte und wir führten die Eltern-Kind-Paare in einige interessante Spiele mit unseren Memo-Karten ein. Auf YouTube könnt ihr euch 
ebenfalls Anregungen holen. 





In der kommenden Woche erwarten die Kinder zwei neue Tiere: Omar, das Kamel und Toto, der 
Affe warten bereits in ihren Ställen auf die Kinder. 

Wenn die Kinder um 9.00 Uhr eintreffen, stehen bereits vier verschiedene Tabletts auf dem Entdeckertisch, das Werkheft liegt bereit und im Montessori-Seitz-Gestell warten weitere 30 Spielmöglichkeiten. 



Am Knettisch liegt der Knet bereit, am Maltisch warten die Farbstifte und die Malvorlagen und in der Spielecke warten Duplo-Bauklötze und Tiere auf fleissige Gehege-Bauer und Zoo-Architekten, in der Küche wird gekocht, der Tisch gedeckt und der Abwasch erledigt. 






Jedes Kind wählt sein Angebot aus und verweilt so lange dabei, wie es will. Jedes Kind bekommt einmal pro Woche 10 - 15 Minuten Einzelzeit mit einer Leiterin. Während dieser Zeit kann das Kind sein Werkheft gestalten, Sticker schneiden und einkleben, Bilder anmalen, Schattenbilder mit richtigen Bildern verbinden und vieles mehr. Die Kinder lieben diese Spezialzeit und freuen sich, wenn sie endlich an die Reihe kommen. Sprachstarke Kinder nutzen diese Zeit, um über ihre Erlebnisse während der Woche zu berichten, Sprachanfänger vertiefen ihren Wortschatz und profitieren von den vielen Wiederholungen der gleichen Wörter und den einfachen Sätzen. Die Kinder schulen ihre Feinmotorik und lernen die ersten Schritte zur Abstraktion. 



Um 9.20 Uhr versammeln wir uns zu unserem Begrüssungskreis, wir singen "Mir hebäd änand" und jedes Kind darf eine Bewegung vorzeigen: stampfen wie ein Elefant und scharren wie ein Schwein sind zur Zeit hoch im Kurs, natürlich werden hüpfen und Bus fahren auch immer wieder gern genannt. 

In zwei Kleingruppen zu je 5 Kinder setzen sich die Kinder in den Stuhlkreis. Ich hole meine Ställe, meinen Hocker und meine Tasche und kommentiere meine Handlung. Ich setze mich auf den Hocker und zeige meine Ställe: "Schaut mal, heute habe ich so viele Ställe, kommt wir zählen sie zusammen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. Acht Ställe haben wir." Während ich zähle stelle ich einen Stall nach dem anderen vor die Kinder auf den Boden. "So wir zählen noch einmal", dieses Mal zähle ich mit den Fingern mit und zeige am Schluss die acht Finger. "Und wie viele Kinder seid ihr?" Gemeinsam zählen wir die Kinder. Nun fordere ich das erste Kind auf: "Klopf doch bitte auf einen Stall. Mach den Stall auf. Wer ist da drin? Genau, das ist der Hund. Stell den Hund bitte auf den Stall. Setzt dich wieder auf den Stuhl. Weisst du noch wie der Hund heisst? Ja, er heisst Bello. Kommt wir klatschen alle zusammen Be-llo und noch einmal Be-llo." Nacheinander nehmen die Kinder die Tiere aus den 
Ställen, benennen sie und gemeinsam klatschen wir ihre Namen. Stehen alle Tiere auf den Ställen, nehme ich meine Tasche zur Hand und frage das erste Kind: "Wen legst du mir in die Tasche?" Hat das Kind noch Mühe ein Tier zu benennen, nenne ich ihm das Tier, das ich gerne haben möchte. 



Nun ist es schon wieder Zeit für das freie Spiel, die Kinder wählen ihr Spielangebot wieder selbst aus. Ein Kind nach dem anderen darf sich mit Stickern eine Laterne gestalten, mit der wir uns im November zum Laternenumzug am Rheinfall treffen werden. 

Um 10.00 Uhr treffen sich die Kinder zum zweiten Sprachspiel in ihrer Kleingruppe. Die Tiere sind in der Tasche, wieder nehmen die Kinder abwechseln ein Tier aus der Tasche und benennen es. Gemeinsam klatschen wir die Namen der Tiere. Jetzt sind die Tiere müde und möchten in ihre Ställe zurück. Je nach Sprachstand bestimmen die Kinder selbst, welches Tier sie in den Stall stellen oder 
lassen sich von mir leiten. 

Zum Znüni gibt es heute neben Äpfeln, Karotten und Crackern zum ersten Mal Birnen. Wir zeigen den Kindern die ganze Frucht, fragen wie sie heisst. Eine Birne haben wir in kleine Schnitze geschnitten, damit gehen wir  zu jedem Kind und wiederholen bei jedem Kind die Frage: "Möchtest du eine Birne?" Wir ermuntern die Kinder von Anfang an, Nachschub zu bestellen und versuchen sie im Laufe der Zeit, zu einem ganzen Satz zu bewegen. "Darf ich noch einen Apfel haben, bitte?" Jetzt stehen wir noch bei: "Apfel bitte!" und "Danke". 



Bis um 11.00 Uhr wird wieder gespielt, gemalt und gebastelt, dann setzen sich die Kinder zu ihren Jacken auf die Stühle. Gemeinsam singen wir das Lied "Dä Onkel Donald hät en Hof" (Old Mc Donald had a Farm), die Kinder bestimmen, welches Tier wir besingen. 

Nach dem "Elfi-Glöggli" versuchen die Kinder Schuhe und Jacken alleine anzuziehen, dann bekommen die Kinder ihre Taschen, legen die Finken hinein. Freudig werden die Kinder von ihren Eltern in Empfang genommen.

Sonntag, 10. September 2017

Wortschatz-Aufbau 


Der Dweil stand in der Ecke und wartete auf seinen Einsatz. Doch der Duumvir kam mit grosser Verspätung an. 

Würde ich jetzt meine 3-Klässler fragen, ob sie alles verstanden haben, würden sie eifrig nicken. Wenn ich konkret nachfrage: "Was ist ein Dweil?" oder "Was macht ein Duumvir?" hätten sie eine Erklärung für mich, meist holen sie weit aus und lassen ihrer Fantasie freien Lauf, sehr selten treffen sie die wahre Bedeutung der Wörter. 

Zugegeben ich habe zwei wirklich schwierige Wörter ausgewählt, wie geht es euch damit? Habt ihr eine Idee, um was es sich handeln könnte? Wenn ihr diese beiden Wörter lernen müsstet, wie würdet ihr vorgehen?

Neue Inhalte mit Bekanntem verknüpfen


Die Spielgruppen- und Kindergartenkinder lernen bei mir vor allem Nomen (Hauptwörter), die ich ihnen mit realen Gegenständen präsentieren kann. Sind die Kinder mit den Gegenständen vertraut, führe ich Bildkarten ein. Von der Hirnforschung wissen wir, dass unser Hirn neue Inhalte mit bereits Bekanntem verknüpft und dass so dicke Datenautobahnen entstehen. Dank der Gegenstände und der Bilder können sich die Kinder eine Brücke zur Erstsprache bauen, ist ihnen das neue Wort noch nicht bekannt, wird es mit Hilfe des Bildes abgespeichert. Auch die Verben verknüpfe ich so gut es geht mit einer konkreten Handlung: "Nimm die Schere und schneide hier ein Stück ab."

Auch in der ersten Klasse werden für die ersten Lese- und Schreibübungen Nomen verwendet, die mit Bildern eingeführt werden.

Lernkontrolle in der 1. Klasse 


Doch schon im zweiten Semester wurde einer meiner Schüler unter anderem mit folgenden Aufgaben konfrontiert:

- Bei welcher Temperatur gefriert Wasser? (Was bedeutet gefriert?)
- Hat es mehr Land oder Wasser auf der Erde? (Erde, das braune am Boden?)
- Wie wird die Erde auch noch genannt? (Dreck?)
- Wie sieht Wasser aus, wenn es fest, flüssig oder gasförmig ist? (gasförmig??)

Obwohl die übrigen acht Aufgaben grösstenteils richtig gelöst waren, zierten ein trauriger Smiley und ein "ungenügend" die Lernkontrolle.

Die Lehrperson hatte das Thema eingehend behandelt und den Schülern die schwierigen Wörter erklärt, dennoch kam es zu obenstehenden Verständnisproblemen.


Selbstversuch


Um die Probleme meiner Schüler besser zu verstehen, mache ich immer wieder Selbstversuche. Den Versuch einen uns bekannten Animationsfilm in einer uns unbekannten Sprache anzusehen, mussten meine Kinder und ich nach wenigen Minuten abbrechen. Hut ab vor all den Schülern, die Tag für Tag mehrere Stunden lang versuchen, dem Unterricht in einer für sie fremden Sprache zu folgen. 

Wie sieht es aber mit dem Lernen neuer Wörter aus? Ich las einen englischen Text und schrieb mir die unbekannten Wörter heraus. Zuerst versuchte ich die Wörter mit Hilfe einer englischen Erklärung zu verstehen.

futility: producing no result, having no purpose 

shallow: not thinking or capable of thinking seriously, not showing serious thought

Nun ich hatte jetzt zwar eine ungefähre Idee, aber ein richtiges Bild - Wort wollte sich nicht herauskristallisieren, also griff ich auf die deutsche Übersetzung zurück. Jetzt war alles klar. Ohne diese Verknüpfung, ohne das Verständnis hätte der ganze Text keinen Sinn gemacht. 

Die fremdsprachigen Schüler bekommen in der Regel nur eine Umschreibung auf Deutsch, welche durchaus wieder Wörter enthalten kann, die den Schülern noch nicht bekannt sind. 

In der zweiten Klasse steht die Geschichte "Oh, wie schön ist Panama" auf dem Lehrplan, darin findet sich das Wort "verwittert". 

Erklärung nach Duden: durch den Einfluss der Witterung angegriffen werden

Etwas später werden die Schüler mit den Gefühlen konfrontiert, unter anderem mit dem Adjektiv "empört". 

Erklärung nach Duden: unerhört 

Mit meinen jetzigen Drittklässlern habe ich die Gefühle und das Wort "empört" intensiv geübt, habe es ihnen mit lauten Worten und entsprechender Gestik vorgeführt. Jetzt taucht das Wort in der Geschichte von Michel aus Lönneberga wieder auf und meine Drittklässler wissen nicht mehr, was es bedeutet. Gibts doch gar nicht, denke ich.

Ich habe meine neuen englischen Wörter, es waren insgesamt fünf, während einer Woche täglich 
einmal wiederholt, dann machte ich eine Woche Pause und ... 
Die Wörter waren weg! Einfach weg! Gibt es also doch!

Die Wörter fanden keinen Eingang zu meinem Alltag und wahrscheinlich habe ich sie zu wenig oft wiederholt. Denn eigentlich bin ich gar nicht so schlecht im Sprachen lernen. 

Übersetzung in Erstsprache 


Meine Erfahrung veranlasste mich, den Schülern wieder Memokarten mit einer Erklärung und einer Übersetzung in ihre Muttersprache abzugeben, damit sie die Wörter öfter wiederholen können. Die Eltern bat ich, die Übersetzungen zu prüfen und den Kindern mit passenden Erklärungen in der Muttersprache zu helfen. Der Aufwand ist gross und es ist nicht immer einfach, die passende Übersetzung zu finden, vorallem für Sprachen, von denen ich keine Ahnung habe. Aber die leuchtenden Augen und das hörbare "Fallen des Groschen" sind es wert. "Ah, jetzt, darf ich es erklären?" höre ich jetzt immer öfter. 


Meine Erkenntnis 


Ohne eine Erklärung, ein Bild in meiner Erstsprache, ist es mir nicht möglich, ein neues Wort zu lernen. Wie lernt ihr neue Wörter? 

Wisst ihr noch welche zwei schwierigen Wörter (ich kannte diese Wörter gestern noch nicht) am Anfang dieses Blogs standen? Wer konnte sie sich merken? Wer weiss, was sie bedeuten? 

Falls ihr euch diese Wörter auch nur mit einer Erklärung bzw. Übersetzung merken könnt und wollt: 

futility: nutzlos
shallow: oberflächlich
Duumvir: altrömischer Beamtentitel
Dweil: schrubberähnlicher Aufwischer (Seemannssprache) 

Welche Ideen, Tricks habt ihr, um den Kindern neue Wörter verständlich zu machen und sie zu festigen?




Sonntag, 20. August 2017

Warum soll ich Deutsch lernen?


Morgen geht es bei uns wieder los! Und bestimmt werden unter den neuen Kindern einige sein, die bei uns zum ersten Mal mit der deutschen Sprache konfrontiert werden. 

Wie geht es diesen Kindern? 


An meinen Praxiskursen habe ich mit meinen Teilnehmerinnen zwei kleine Experimente durchge-führt, um ihnen zu zeigen, wie es einem Kind geht, wenn es mit einer Sprache überschüttet wird, die es nicht versteht. 

Zuerst habe ich mit meinen Teilnehmerinnen ein Sprachspiel auf französisch durchgeführt, sie sollten mir verschiedene Werkzeuge nennen, um anschliessend die Ableitungen zu lernen. Obwohl die meisten einmal in der Schule französisch hatten, war es für viele Teilnehmerinnen sehr schwierig meinen französichen Erläuterungen und Fragen zu folgen. 

Aber sie haben sich alle bemüht und mitgemacht, einige haben versucht eine Regel zu finden.
Da ich immer den gleichen Ablauf, die gleichen Sätze verwendet habe, wussten sie auch ohne, dass sie meine Worte richtig verstanden, was ich von ihnen wollte. 
                   
Im Schnitt konnten sich die Frauen 3 - 4 neue Wörter (von insgesamt 20) merken und sie in einer zweiten Runde selbständig nennen. Sie waren sich einig, es waren zu viele Wörter, es war sehr schwierig zu verstehen, was ich von ihnen wollte, die Bewegungen und die konkreten Gegenstände halfen, sich die Wörter besser zu merken. 

Im zweiten Experiment führte ich den Damen das Bilderbuch "Ein Ball für alle" als Bilderbuch-Kino auf türkisch vor. Die Tapfersten hielten 3 - 4 Minuten durch, dann schweiften auch sie ab, suchten nach Taschentüchern, ordneten die Blätter auf dem Tisch, tranken eine Schluck Wasser, ... 

Wer Lust hat, schaut sich doch einmal eine DVD auf türkisch oder in einer anderen unbekannten Sprache an, wie langt bleibt ihr aufmerksam. 

Für unsere Kinder ist es noch ein wenig schwieriger, meistens wissen sie nicht, was ihnen geschieht. Zu Hause war noch alles gut, sie konnten sich mit den Eltern, Grosseltern, Geschwister verständigen und jetzt plötzlich können sie sagen, was immer sie wollen, niemand versteht sie. Schlimmer noch, diese andere Person, spricht mit dem Kind und schaut erwartungsvoll. Das Kind versucht sich durch Gesten zu helfen und schon bald merkt es, eigentlich geht es auch ohne Sprache. 

Wenn es etwas Geduld hat, steht Essen und Trinken auf dem Tisch, es kann seine Spiele selbst aus-
wählen und wenn es dringend Hilfe braucht, kann es mehr oder weniger lautstark auf sich aufmerk-sam machen und die Spielgruppenleiterin dorthin führen, wo es Hilfe braucht. 

Die anderen Kinder sind für das gemeinsam Spiel noch nicht so wichtig, unsere Spielgruppenkinder spielen die meiste Zeit noch nebeneinander, das Rollenspiel entwickelt sich erst kurz vor dem vierten Geburtstag. 

Was macht den Lernerfolg aus?


Der Australier John Hattie hat tausende Studien untersucht, um herauszufinden, was den Lern- bzw. den Schulerfolg der Schüler ausmacht.

1.    Schüler-Selbstbeurteilung
Den grössten Einfluss entdeckte er in den Schülern selbst, eine gute Selbsteinschätzung führt zu 
guten Ergebnissen. 

2.    kognitive Entwicklung nach Piaget

0 – 2 Jahre: Sensomotorische Stufe: Kleinkinder lernen einfache Sinneswahrnehmungen wie Sehen, Hören und Fühlen, sie versuchen die Welt zu verstehen, in dem sie ihre Wahrnehmungen mit pysischen und motorischen Aktionen koordinieren.

2 – 7 Jahre: Präoperationale Stufe: Kinder können nun einfache Konzepte und Symbole verstehen. Sensomotorische Aktivitäten werden mit fortlaufendem Alter durch geistige  Aktivitäten wie Sprache und Bilder ersetzt. Ihr Denken ist noch nicht logisch, sie glauben, dass alles, was es für real hält, z. B. Träume und Bilder existieren und belebt sind. 

4.    Glaubwürdigkeit der Lehrperson
Vertrauen, Kompetenz, Dynamik und Unmittelbarkeit (Direkt, klar, verständlich)

13.   Lehrer-Schüler-Beziehung
Mitgefühl, Wärme, Authentizität, Orientierung am Lernenden

17.   Wortschatzförderung
Die Kinder bekommen mehr als ein oder zwei Gelegenheiten, die Wörte zu lernen, die sie können sollten. Texte werden im Voraus verständlich aufbereiten, schwierige Wörter herausgesucht. 

54.   frühkindliche Förderung
Der Besuch von Kindergarten und Vorschule hat unabhängig von der Dauer einen deutlich positiven Effekt auf die Schülerleistung. Der Besuch von Ganztageskindergärten wirkt sich dabei wesentlich stärker aus, als der in halbtägigen Einrichtungen.

                                                                      
Platz 54 ist nicht so berauschend, denkt ihr vielleicht, aber Hattie hat insgesamt 150 Faktoren aufgelistet, auf Platz 144 findet sich das offene Klassenzimmer, die Fachkompetenz der Lehrer liegt auf Platz 137.
      
Den letzten Platz mit einer Einflussgrösse von -0.34 belegt der Schulwechsel, an zweitletzter Stelle mit -0.18 liegt der Fernseher.

Der Wert von 0.4 bezeichnet den Durchschnitt, Werte darüber haben einen positiven Einfluss, die kognitive Entwicklungsstufe hat einen Wert von 1.28, die frühkindliche Förderung hat einen Wert 0.47.
                           
Hattie hat nur englischsprachige Studien für seine Wertung verwendet. So viel ich weiss, gibt es in allen englischsprachigen Länder Vorschulen für Kinder ab 2 – 3 Jahren, also verfügten fast alle Schüler über eine frühkindliche Bildung. In der Schweiz besuchen nur etwa 7.2 % der Kinder
unter 4 Jahren eine Kinderbetreuungseinrichtung, in Frankreich sind es bereits 64 % und in Deutschland hat jedes 2jährige Kind einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Es wäre bestimmt interessant, gäbe es eine schweizer Studie über den Einfluss einer Spielgruppe oder einer Kita auf den späteren Schulerfolg. 

Warum erwähne ich diese Studie? Was hat sie mit dem Deutsch lernen zu tun?

1. Schüler-Selbstbeurteilung 
Wir können die Kinder in der Spielgruppe stärken und ihnen zu einem guten Selbstvertrauen verhelfen. Dieses wird umso grösser, je besser die Kinder sich sprachlich ausdürcken können. 

2. kognitive Entwicklung
Während der Spielgruppen-Zeit sollte das Kind langsam von der sensomotorischen Stufe zur nächsten Stufe wechseln und anfange Symbole und Konzepte zu verstehen. Wenn wir feststellen, dass ein Kind vor dem Kindergarteneintritt noch nicht auf der zweiten Stufe angelangt ist, sollten wir das Gespräch mit den Eltern suchen und ihnen den Besuch einer Fachperson empfehlen. 

4. Glaubwürdigkeit der Lehrperson
Wir sollten den Kindern nichts vorspielen, vor allem junge Kinder merken sehr schnell, wenn wir nicht wir selbst sind. Wenn wir etwas nicht mögen, nicht wirklich dahinter stehen können, sollten wir es weglassen. Wenn wir überzeugt sind von unserem Tun, können wir die Kinder dafür begeistern. 

17. Wortschatzförderung
Ich habe festgestellt, dass viel Kindergartenkinder falsche Wörter gelernt haben, weil wir Erwachsene uns oft nicht klar ausdrücken oder gewisse Wörter einfach voraussetzen. 

das Buch - viele Kinder bezeichnen es als Geschichte
der Farbstift - wird von vielen Kindern als Malen bezeichnet
die Schere - heisst schneiden 
der Stuhl - ist der Tisch - setzt dich an den Tisch 

Begeisterung heisst mein Zauberwort 


Ich versuche die Kinder für meine Worte, für meine Tiere zu begeistern und ich begeistere mich für die Kinder. Ich freue mich aufrichtig, wenn ein Kind das richtige Wort sagt oder wenn es nur denVersuch startet, das richtige Wort zu sagen. 

Ich bemühe mich, jedes Wort der Kinder zu verstehen, gebe Rückmeldungen, versuche das Verstandene zu zeigen, ich lache mit den Kindern und ich lasse mich auf Gespräch mit ihnen ein und seien sie noch so einfach: "Hund!"- "Ja, genau, das ist der Hund! Super! Weisst du noch wie der Hund macht? - Komm, wir versuchen es zusammen!" - "Wu, wu, wu!" 

Jedes Kind bekommt bei uns mindesten ein Mal pro Woche zehn bis 15 Minuten Exklusiv-Zeit mit einer Leiterin. Während dieser Zeit gehen wir nur auf dieses eine Kind ein, wir arbeiten gemeinsam am Werkheft und die Leiterin sucht das Gespräch mit dem Kind, geht auf Kleider, Vorlieben und Gesschwister ein. 

Und so kommt es, dass manche Kinder für uns Deutsch lernen, weil sie uns etwas erzählen möchten, weil sie uns eine Freude machen möchten. 







Donnerstag, 10. August 2017

Nützliche Helfer für den Spielgruppen-Alltag


Gerne möchte ich euch einige nützlich Helfer unserer Spielgruppe vorstellen. 


Spielgruppen-Programm


Mit unserem Spielgruppen-Programm kontrollieren wir die Anwesenheit der Kinder und notieren uns wichtige Informationen, z. B. Geburtstage oder Fragen an Eltern. Bei uns dürfen die Kinder versäumte Spielgruppenstunden nachholen. Dank unserer Liste, haben wir die Fehltage im Griff. 




Jeweils am Freitag planen wir die nächste Woche, wir richten uns in erster Linie nach unserem 
Spiel- und Sprachwerkstatt-Programm, welches uns das aktuelle Sprachförderthema vorgibt und ergänzen es durch aktuelle Wünsche oder Interessen der Kinder. Begehrte Angebote auf unseren
Tabletts bieten wir oftmals länger an, entweder auf dem Entdeckertisch oder als Tablett im Montessori-Seitz Gestell. 


Namensschild


Jedes unserer Kinder bekommt ein Namensschild mit einem Tier. Wir drucken die Bilder auf  A4 Etiketten und kleben sie auf Magnetfolie. Am ersten Spielgruppentag zeigen wir den Kindern ihre Tiere und zeigen ihnen unseren Schubladenschrank. Dort werden die Tiere angebracht, nun können die Kinder ihre Zeichnungen, ihre Tasche, ihre Plüschtiere und was sie sonst noch mit in die Spielgruppe bringen unterbringen. Bevor die Kinder nach Hause gehen, legen wir den Inhalt jeder 
Schublade in die Tasche der Kinder. Die farbigen Punkte zeigen uns, an welchen Tagen die Kinder in die Spielgruppe kommen. 


Schubladenschrank


Da wir an acht Halbtagen eine Spielgruppe anbieten, brauchten wir eine flexible Lösung für unsere 
Schubladen. Wir haben grosse Unterlagsscheiben auf die Schubladen geklebt und bringen dort die 
Namensschilder der Kinder an. Schon nach kurzer Zeit kennen die Kinder ihre Schublade, wenn die Kinder in die Spielgruppe kommen, legen sie als erstes ihre Tasche in die Schublade, später kommen Zeichnungen, Nuschelis und Bastelobjekte dazu. 


Taschen 


Seit Jahren bekommen die Kinder Taschen von uns, da wir es immer so schade fanden, die schönen Zeichnungen der Kinder in einen Rucksack zu stopfen. In der Tasche haben Zeichnungen, kleinere Bastelarbeiten und die Finken (Hausschuhe) der Kinder bequem Platz. 

Wir haben schon viele Taschen ausprobiert, die "Saubär"-Taschen von DM haben sich bis jetzt am besten bewährt. Sie sind klein, können von den Kindern über die Schulter gehängt werden und der
Anschaffungspreis von Euro 0.75 liegt im Rahmen. 

Damit die Kinder doch noch etwas Werbung für uns herumtragen, haben wir Arti, unseren Bastelzwerg und unsere Telefonnummer auf Papier ausgedruckt, laminiert und auf die Taschen genäht. Jede Tasche beschriften wir mit einem wasserfesten Filzstift mit dem Namen des Kindes. 


Namensetiketten 


Um die Zeichnungen und die Bastelobjekte der Kinder zu beschriften, benutzen wir schon seit Jahren kleine, ablösbare Etiketten. Wenn wir mit unseren Kindern ein grösses Bastelprojekt in Angriff nehmen, bereiten wir für den jeweiligen Tag alle Etiket-ten vor und kleben sie auf ein leeres Trägerpapier der Etiketten, so sind wir sicher, dass uns kein Kind vergessen geht und am Schluss alle Kinder etwas nach Hause mitnehmen können. 


Namensliste


Unsere alphaphetische Namensliste hilft uns, den Überblick über An- bzw. Anmeldungen zu Elternanlässen und die Rückgabe von Elternmaterial zu bewahren oder die erledigten Arbeitsschritte eines grössen Werkprojekts abzustreichen.

Gruppeneinteilung


Seit zwei Jahren arbeiten wir in der Sprach-förderung mit zwei Kleingruppen mit je fünf Kindern. Diese Aufteilung hat sich sehr bewährt, die Kinder kommen öfter an die Reihe und müssen nicht so lange warten. Ausserdem können wir in der kleinen Gruppe das Zählen üben. 
Wir teilen die Kinder im Voraus auf zwei Gruppena auf, dabei achten wir auf eine gute Durch-mischung von alten Hasen (Kinder, die das zweite Jahr in die SG kommen) und neuen Kindern, wir versuchen den Anteil Mädchen und Jungen in der Waage zu halten, wir mischen sprachfreudige und eher schweigende Kinder gut. Die Kinder kommen in einer Woche immer zur gleichen Leiterin, die Zusammensetzung der Kinder kann sich ändern, da die Kinder unterschiedlich oft und an verschiedenen Tagen die Spielgruppe besuchen. 


Werkheft und Wortschatzliste 


Zu jedem Thema erstellen wir für jedes Kind ein Werkheft, mit diesem Werkheft festigen wir den 
aktuellen Wortschatz der Kinder und üben mit ihnen wichtige Fertigkeiten, wie z. B. schneiden, kleben, einen Stift richtig halten, Puzzle zusammensetzen, nähen, ausmalen etc. 

Eine Leiterin arbeitet während fünf bis zehn Minuten mit einem Kind an dessen Werkheft, die Kinder schätzen diese Extrazeit mit einer Leiterin sehr, oftmals stehen sie Schlange, um endlich auch an die Reihe zu kommen. 

Mit der Wortschatzliste dokumentieren wir die Lernfortschritte des Kindes und können so sehr schnell feststellen, wenn ein Kind Mühe hat, neue Wörter aufzunehmen und abzuspeichern. 


Memokarten


Zu jedem Thema lernen die Kinder zwölf neue Nomen mit dem Artikel. Wir führen jedes Wort mit einem konkreten Gegenstand ein, die Kinder können die Gegenstände anfassen und damit spielen. Danach ergäzen wir die Gegenstände mit unseren Memokarten. An unserem Eltern-Kind-Bastel-anlass ganz zu Beginn des Spielgruppenjahres zeigen wir den Eltern, wie sie mit den Memokarten zu Hause spielen und den Wortschatz mit den Kindern festigen können. Jeweils nach der zweiten Lektion bekommen die Eltern die neuen Memokarten mit nach Hause. 



Münzentaschen 


Schon lange wollten wir die Memokarten den Eltern zur Verfügung stellen. Der Druck auf A4 Etiketten, das Kleben auf Karton und das Schneiden der Karten war uns allerdings zu aufwändig, die Kosten für die Etiketten und den Karton zu hoch. 

Nun fanden wir eine preiswertere Methode. Wir drucken die Karten auf normales Papier und schneiden sie. Die Eltern bekommen am Eltern-Kind-Bastelanlass jeweils 24 Münzentaschen mit einem eingelegten Karton und wir zeigen ihnen, wie sie die Karten in die Münzentaschen legen können. Die Karten sind in den Münzentaschen gut geschützt, stabil und dick genug, damit die Kinder sie vom Tisch aufheben können, laminierte Karten "kleben" oft am Tisch und die jungen Kinder haben grosse Mühe, sie umzudrehen. 

Das Schneiden der Münzentaschen und der Memokarten ist immer noch ein ziemlich grosser Aufwand, aber er lohnt sich. Viele Eltern nutzen die Memokarten und spielen mit ihren Kindern, 
wichtig ist eine gute Einführung der Karten, mit vielen Spielideen. 


Geburtstagskleber 


Zu seinem Geburtstags bekommen unsere Kinder ein Buch und eine Geburtstagskarte, die von allen Spielgruppen-Kindern gestaltet wird. Die Kinder bemalen einen Klebepunkt, den sie anschliessend
auf unsere Geburtstagskarte kleben. Damit wir kein Kind vergessen, haben wir die Punkte mit den jeweiligen Tagen und den Kindern beschriftet. 




Geschenkkarton


Kinder interessieren sich eigentlich nicht für Geschenkpapier, das Einpacken braucht Zeit und viel, viel Papier. Unsere Bücher stecken jetzt in farbigen Bücherkartons, so können wir an jedem Geburtstag die vier Farben wiederholen. Das Geburtstagskind sucht sich eine Schnur aus und zieht ein Geschenk zu sich. Mit sprachlich starken Gruppen konnten wir auch schon Abstimmungen, welche Farbe das Geburtstagskind wohl zieht, durchführen. 




Spielgruppen-ABC


Mit dem Einladungsbrief erhalten die Eltern unser Spielgruppen-ABC, die Kinder bekommen einen
Bilderrahmen, den sie bemalen und mit einem Bild ergänzt am ersten Tag in die Spielgruppe bringen dürfen. Diese Bildern hängen wir nach dem Eintreffen der Kinder an unsere Wand, dort bleiben sie, bis wir unsere Geburtstags-CDs gestaltet haben. 




Materialliste 


Mit diesen Affilate-Links gelangt ihr direkt zur Produktseite von Amazon, dort könnt ihr das Material zum offiziellen Amazon-Preis bestellen. Wenn ihr dies tut, bekomme ich einen kleinen Betrag auf mein Amazon-Konto gutgeschrieben. Eine kostenlose Möglichkeit die Spiel- und Sprachwerkstatt ein wenig zu unterstützen, herzlichen Dank. 








01 Tiere: Artis Spiel- & Sprachwerkstatt - spielerische Sprachförderung für Kinder ab 2 Jahren

Noch Fragen? Gerne helfe ich euch weiter! 






Samstag, 15. Juli 2017

Wortschatz in Zahlen


Vetrauen ist gut - Kontrolle ist besser!


Wir wollten es wissen! Funktioniert unsere Sprachförderung überhaupt? Wieviel bleibt bei den Kindern hängen? 

Wir haben im vergangenen Jahr die Wortschatzentwicklung unserer Kinder genau dokumentiert:

Wortschatz aller Kinder zu Beginn des Jahres: 1070    Ende Jahr:  3994    Zuwachs: 2924 

Wortschatz der fremdsprachigen Kinder Anfang des Jahres: 821   am  Ende: 3530    Zuwachs: 2709
   
durchschnittlicher Wortschatz zu Beginn des Jahres 22 Wörter
    
durchschnittlicher Wortschatz zu Beginn des Jahres 62 Wörter

Von den 53 Kindern konnten 37 Kinder ihren Wortschatz mehr als verdoppeln. 

12 Kinder haben ihren Wortschatz um 18 - 90 % vergrössert; 4 Kinder machten leider keine Fortschrtitte, 2 von ihnen traten vorzeitig aus der Spielgruppe aus, die anderen beiden traten erst nach den Frühlingsferien ein.  

Ich habe für jedes Kind ein individuelles Wortschatzprofil entwickelt, gerne sende ich euch dieses als pdf zu, einfach per Mail das Wortschatzprofil anfordern. 

Wortschatzabfrage bei jungen Kinder?

Es tönt schrecklich, ist es aber nicht! Immer zu Beginn eines neuen Themas durften die Kinder
die Gegenstände zum Thema aus der Tasche nehmen. Die Kinder waren immer begeistert bei der Sache und benannten gerne die bekannten Gegenstände. Jedes Kind durfte alleine mit einer Leiterin spielen, sie genossen diese Leiterinnenzeit sichtlich und wir konten individuell auf jedes Kind eingehen und es unterstützen. 



Themenheft

Zu jedem Thema erstellten wir ein Heft, in welchem die Kinder jede Woche arbeiten durften, sie konnten Bilder anmalen, Sticker einkleben, Gegenstände verbinden, Puzzle aufkleben und vieles mehr. Nach Abschluss des Themas durften die Kinder die Hefte mit nach Hause nehmen. Einige Eltern erzählten uns, dass ihre Kinder das Heft auch zu Hause immer wieder zur Hand nehmen.



 


Wörter und einfache Sätze

Zu jedem Thema lernen die Kinder 12 Nomen mit ihren Artikeln, diese fragen wir auch ab und darauf beruht unsere Wortschatzentwicklung. Doch das ist natürlich nicht alles. Die Kinder lernten zu jedem Thema auch einfache Sätze und immer wiederkehrende Ausdrücke. Den Znüni nutzen wir ebenfalls zur Sprachförderung. Während der beiden letzten Wochen durften die Kinder belegte Brote "bestellen" und wir schafften es, das fast alle Kinder mit einem ganzen Satz ihr nächstes Brot bestellten: "Ich möchte ein Butterbrot, bitte." Sie hatten die Wahl zwischen Salami, Wurst (beides Pute), Käse, Butter und Mayonnaise. 

Wir achteten auch darauf, unsere Werkzeuge immer und immer wieder zu benennen oder die Kinder zu fragen, was sie möchten. "Farbstift, Kreiden, Filzstifte, Wasserfarben, Papier, Schere, etc." gehören in diese Kategorie, die nicht in den Wortschatzerwerb einfliesst. 


Der Tanz der Farben


Die letzten Wochen widmeten wir uns den Farben. Wir erzählten den Kindern die Geschichte vom "Tanz der Farben", die wir dieses Jahr ganz neu aufbauten. Am Ende waren fast alle Kinder in der Lage mit nur wenig Hilfestellung, die Geschichte selbständig zu erzählen. Sie benutzen Wörter wie "malen, streiten, trösten, weinen" im richtigen Zusammenhang und kannten ihre Bedeutung. 




Auf dem richtigen Weg

Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Spiel- und Sprachwerkstatt auf dem richtigen Weg sind. Ganz besonders freue ich mich, dass ich euch unser erstes Sprachthema die Tiere mit allen Spielen, Bastel- und Werkideen, dem Rahmeprogramm und allen Vorlagen auf einem USB-Stick anbieten kann. Ihr findet darauf Material für sieben Spielgruppenwochen und mehr. 



Je früher Kinder mit der deutschen Sprache in Kontakt kommen, desto einfacher haben sie es später in der Schule, aber nicht nur sie! Auch die einheimischen Kinder profitieren davon und natürlich die Lehrer.

Deshalb an dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön an alle, die sich mit Herz und Verstand um unsere fremdsprachigen, jungen Mitbürger kümmern. 


Weiter Infos zur Spiel- und Sprachwerkstatt findet ihr auf meiner Website.