Samstag, 23. September 2017

Alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung 


Gerne möche ich euch heute zu einem Vormittag in Artis Spiel- & Sprachwerkstatt einladen und euch unsere alltagsorientierte und gezielte Sprachförderung vorstellen. 

Seit fünf Wochen dreht sich bei uns alles um unsere Tiere. Die Kinder haben bereits den Hund, die Katze, den Esel, die Ziege, das Pferd, den Elefanten und den Bären kennen gelernt. Letzte Woche erfuhren die Kinder die Namen der Tiere, gemeinsam haben wir die Zweisilber geklatscht. Mittlerweile können alle Kinder auf die Frage: "Wie heisst du?" richtig mit ihrem Namen antworten. 

Letzte Woche führten wir unsere Eltern-Kind-Tage durch, jedes Kind wurde von einem Elternteil begleitet, gemeinsam gestalteten sie eine Kiste für ihre Werkhefte und wir führten die Eltern-Kind-Paare in einige interessante Spiele mit unseren Memo-Karten ein. Auf YouTube könnt ihr euch 
ebenfalls Anregungen holen. 





In der kommenden Woche erwarten die Kinder zwei neue Tiere: Omar, das Kamel und Toto, der 
Affe warten bereits in ihren Ställen auf die Kinder. 

Wenn die Kinder um 9.00 Uhr eintreffen, stehen bereits vier verschiedene Tabletts auf dem Entdeckertisch, das Werkheft liegt bereit und im Montessori-Seitz-Gestell warten weitere 30 Spielmöglichkeiten. 



Am Knettisch liegt der Knet bereit, am Maltisch warten die Farbstifte und die Malvorlagen und in der Spielecke warten Duplo-Bauklötze und Tiere auf fleissige Gehege-Bauer und Zoo-Architekten, in der Küche wird gekocht, der Tisch gedeckt und der Abwasch erledigt. 






Jedes Kind wählt sein Angebot aus und verweilt so lange dabei, wie es will. Jedes Kind bekommt einmal pro Woche 10 - 15 Minuten Einzelzeit mit einer Leiterin. Während dieser Zeit kann das Kind sein Werkheft gestalten, Sticker schneiden und einkleben, Bilder anmalen, Schattenbilder mit richtigen Bildern verbinden und vieles mehr. Die Kinder lieben diese Spezialzeit und freuen sich, wenn sie endlich an die Reihe kommen. Sprachstarke Kinder nutzen diese Zeit, um über ihre Erlebnisse während der Woche zu berichten, Sprachanfänger vertiefen ihren Wortschatz und profitieren von den vielen Wiederholungen der gleichen Wörter und den einfachen Sätzen. Die Kinder schulen ihre Feinmotorik und lernen die ersten Schritte zur Abstraktion. 



Um 9.20 Uhr versammeln wir uns zu unserem Begrüssungskreis, wir singen "Mir hebäd änand" und jedes Kind darf eine Bewegung vorzeigen: stampfen wie ein Elefant und scharren wie ein Schwein sind zur Zeit hoch im Kurs, natürlich werden hüpfen und Bus fahren auch immer wieder gern genannt. 

In zwei Kleingruppen zu je 5 Kinder setzen sich die Kinder in den Stuhlkreis. Ich hole meine Ställe, meinen Hocker und meine Tasche und kommentiere meine Handlung. Ich setze mich auf den Hocker und zeige meine Ställe: "Schaut mal, heute habe ich so viele Ställe, kommt wir zählen sie zusammen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. Acht Ställe haben wir." Während ich zähle stelle ich einen Stall nach dem anderen vor die Kinder auf den Boden. "So wir zählen noch einmal", dieses Mal zähle ich mit den Fingern mit und zeige am Schluss die acht Finger. "Und wie viele Kinder seid ihr?" Gemeinsam zählen wir die Kinder. Nun fordere ich das erste Kind auf: "Klopf doch bitte auf einen Stall. Mach den Stall auf. Wer ist da drin? Genau, das ist der Hund. Stell den Hund bitte auf den Stall. Setzt dich wieder auf den Stuhl. Weisst du noch wie der Hund heisst? Ja, er heisst Bello. Kommt wir klatschen alle zusammen Be-llo und noch einmal Be-llo." Nacheinander nehmen die Kinder die Tiere aus den 
Ställen, benennen sie und gemeinsam klatschen wir ihre Namen. Stehen alle Tiere auf den Ställen, nehme ich meine Tasche zur Hand und frage das erste Kind: "Wen legst du mir in die Tasche?" Hat das Kind noch Mühe ein Tier zu benennen, nenne ich ihm das Tier, das ich gerne haben möchte. 



Nun ist es schon wieder Zeit für das freie Spiel, die Kinder wählen ihr Spielangebot wieder selbst aus. Ein Kind nach dem anderen darf sich mit Stickern eine Laterne gestalten, mit der wir uns im November zum Laternenumzug am Rheinfall treffen werden. 

Um 10.00 Uhr treffen sich die Kinder zum zweiten Sprachspiel in ihrer Kleingruppe. Die Tiere sind in der Tasche, wieder nehmen die Kinder abwechseln ein Tier aus der Tasche und benennen es. Gemeinsam klatschen wir die Namen der Tiere. Jetzt sind die Tiere müde und möchten in ihre Ställe zurück. Je nach Sprachstand bestimmen die Kinder selbst, welches Tier sie in den Stall stellen oder 
lassen sich von mir leiten. 

Zum Znüni gibt es heute neben Äpfeln, Karotten und Crackern zum ersten Mal Birnen. Wir zeigen den Kindern die ganze Frucht, fragen wie sie heisst. Eine Birne haben wir in kleine Schnitze geschnitten, damit gehen wir  zu jedem Kind und wiederholen bei jedem Kind die Frage: "Möchtest du eine Birne?" Wir ermuntern die Kinder von Anfang an, Nachschub zu bestellen und versuchen sie im Laufe der Zeit, zu einem ganzen Satz zu bewegen. "Darf ich noch einen Apfel haben, bitte?" Jetzt stehen wir noch bei: "Apfel bitte!" und "Danke". 



Bis um 11.00 Uhr wird wieder gespielt, gemalt und gebastelt, dann setzen sich die Kinder zu ihren Jacken auf die Stühle. Gemeinsam singen wir das Lied "Dä Onkel Donald hät en Hof" (Old Mc Donald had a Farm), die Kinder bestimmen, welches Tier wir besingen. 

Nach dem "Elfi-Glöggli" versuchen die Kinder Schuhe und Jacken alleine anzuziehen, dann bekommen die Kinder ihre Taschen, legen die Finken hinein. Freudig werden die Kinder von ihren Eltern in Empfang genommen.

1 Kommentar:

  1. Für mich ist das absolut nicht eine Spielgruppe.. sondern viel eher eine Sprachschule, es spricht so vieles was ich in der Ausbildung zur Spielgruppenleiterin gelernt habe gegen eure Methode.

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