Samstag, 21. Oktober 2017

Spielkarten erstellen

Der erste Schritt zur Abstraktion

Versetzt euch doch einmal zurück ins Alter von 3 Jahren und versucht einen Hund zu beschreiben. Die meisten Kinder haben schon einmal einen Hund gesehen und wissen wie er aussieht. Sie nennen das Fell, die vier Beine, sie wissen oft, dass ein Hund bellt oder wu, wu macht, er ist weich, man kann ihn streicheln, er hat einen Schwanz mit dem er wedelt, manchen macht er Angst, einige finden, er stinkt. Nun zeige ich den Kindern ein flaches, buntes, zweidimensionales Ding, dass weder bellt noch mit dem Schwanz wedelt und erkläre, das ist auch ein Hund. 

Kinder, die zu Hause schon Kontakt mit Bilder und Bücher hatten, wissen Bescheid.Viele unserer Kinder sehen aber zum ersten Mal bewusst ein Bild und müssen erst lernen, dieses mit dem lebendigen Tier in Verbindung zu bringen, sie machen die erste Schritte zur Abstraktion. 

Wir führen in der Spiel- und Sprachwerkstatt die neuen Wörter immer mit konkreten Gegenständen ein, wir zeigen den Kindern einen Spielzeughund und benennen ihn als Hund. Sind die Kinder mit den neuen Begriffen vertraut, kommen unsere Memokarten ins Spiel. Wir verstecken die Tiere und suchen sie mit Hilfe der Karten; die Kinder angeln die Karten und legen sie zum richtigen Tier. 

Memospiel  

Nun führen wir die Kinder ins Memospiel, zuerst lege ich nur die Hälfte der Karten auf den Tisch, die andere liegt als Stapel bei mir. Ich zeige den Kindern die erste Karte und lasse sie benennen, nun fordere ich das erste Kind auf, die gleiche Karte (das gleiche Tier) auf dem Tisch zu suchen. Schon nach kurzer Zeit haben die Kinder das Spielsystem verstanden und wir können die neuen Wörter spielerisch üben. 


                                     

Spielkarten herstellen 


Die Spielkarten drucke ich auf A4 Etiketten. Bis vor zwei Jahren klebte ich sie auf einen Karton und habe sie geschnitten. Dieses Vorgehen brauchte viel Zeit, war ziemlich teuer, die Karten ver-schmutzten schnell und sie brauchten viel Platz beim Aufbewahren.Nach langem Suchen und vielen missglückten Versuchen haben wir eine praktische und preiswerte Alternative gefunden. 
                                     
Ich drucke die Spielkarten auf 80 g/m2 oder 120 g/m2-Papier und schneide sie.

Ich zerschneide ein Münzenblatt (Amazon) und erhalte so 12 Münzentaschen, in die ich einen 5 x 5 cm grossen Karton einlege, anschliessend lege ich meine Spielkarten in die Taschen. So erhalte ich stabile Spielkartentaschen, die meine Bilder schützen und für Kinderhände wie geschaffen sind. Laminierte Karten bereiten noch vielen Kindern beim Aufheben vom Tisch grosse Schwierigkeiten. 



Auf die Rückseite einiger Münzentasche klebe ich Magnetfolie, so haften die Bilder auch auf der Wandtafel und können dort als Spielmaterial eingesetzt werden.

Die ganzen Münzenblätter setzte ich für Lotto- und Bingo-Spiele ein, indem ich die Bilder in die Blätter stecke, so sind vielfältige Varianten möglich. Das Münzenblatt stecke ich in einen eingeschnittenen Karton.
                                     
Dank der Münzenblätter können wir den Eltern unsere Memokarten mit nach Hause geben.
Anfang des Spielgruppenjahres bekommen die Eltern die ersten 24 Memokarten in Münzen-taschen. Es wichtig, den Eltern genau zu erklären, wie sie mit den Kindern zu Hause die
Karten spielerisch einsetzen können und wie die neuen Karten eingelegt werden.  Die neuen Karten geben wir ihnen jeweils nach der zweiten Lektion des neuen Themas mit nach Hause. Eventuell können die Karten auch als pdf per Mail an die Eltern gesandt werden. 


Gerne stehe ich euch für Fragen und weitere Infos zu unserem Spielmaterial zur Verfügung, am liebsten per E-Mail.

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